Das letzte Treffen von Vater Franz Spelic mit der Königin des Friedens auf dem Kurescek

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Die Königin des Friedens sagte Vater Spelic an einem der damals regelmäßigen Samstagbegegnungen in Zalog, am 18. September 1999, dass ihr letztes Treffen »auf sichtbare und hörbare Weise« am 8. Dezember 1999 stattfinden werde. Am 23. September gab sie ihm auch den Ort und die Stunde des letzten Treffens bekannt: am Kurescek um 8 Uhr früh an derselben Stelle, wo er sie das erstemal am 10. Februar 1990 gesehen hat.

Die Information von diesem letzten Treffen verbreitete sich wie ein Lauffeuer unter den treuen Kindern Mariens in Slowenien und in der ganzen Welt. Die Tatsache, dass die Königin des Friedens nur noch einige Male auf eine so persönliche und besondere Weise unter uns gegenwärtig sein wird, führte immer mehr Menschen zu den regelmäßigen Samstagtreffen in Zalog bei Cerklje. So wurde zum Schluss die Kirche von Zalog zu klein für die Masse von Menschen, die bei den Erscheinungen anwesend sein wollte. Bei den letzen Treffen waren fast jedes Mal neben den Gläubigen aus Slowenien und Österreich auch viele Pilger aus Deutschland, Belgien, Frankreich und anderswoher anwesend.

Was wohl will die Mutter uns vorbereiten für den 8. Dezember, ihren Feiertag der Unbefleckten Empfängnis, der seinem Inhalt nach immer der Ruf zu einem neuen Anfang ist, zur Bekehrung, zur wahren Versöhnung mit Gott? Wie wird an diesem Tag das Wetter sein, wir sind doch mitten im Winter? Wie viele Menschen wird die Königin des Friedens wohl zu diesem letzten Treffen mit ihrem geliebten Sohn Smaverski einladen? Noch so manches fragten wir uns in unseren Herzen. Sicher stieg in so manchem die Frage auf, wie wir uns auf diesen feierlichen und heiligen Augenblick vorbereiten sollen.

Je mehr der Tag der Unbefleckten Empfängnis näherrückte, desto mehr stieg in unserem Inneren Freude und Erwartung auf. Alle, die sich innerlich auf dieses Ereignis besonders vorbereitet haben, mit Novenen oder irgendwie anders, haben in diesen Tagen die Gegenwart der Königin des Friedens auf eine besondere Weise gespürt.

Schließlich war der Morgen dieses Tages angebrochen. Schon vor sieben Uhr früh kamen große Gruppen von Menschen betend den Berg hinan und zogen wie ein Fluss am Pilgerheim vorbei zur Kirche auf dem Gipfel.

Der Morgen war klar, nur da und dort eine kleine Wolke. Noch einige Tage früher gab es auf dem Kurescek 80 cm Schnee. Ein Tauwetter in den letzten Tagen fraß den Schnee fast zur Gänze, was für den Kurescek zu dieser Zeit ziemlich ungewöhnlich ist. Die Straße wurde rechtzeitig gestreut, so dass es für einen normalen Zugang keine Probleme gab. Trotzdem blieb ein ausländischer  Autobus in der letzten Kurve unter dem Heim stecken und hat so den Stillstand des ganzen Verkehrs bewirkt. So mussten alle, die später gekommen waren, ihre Fahrzeuge am Rand der Wege am Fuße des Kurescek lassen.

Der Seher erwartete die Königin des Friedens an der vorgegebenen Stelle, an der Südseite der Kirche an der Außenkapelle. Schon gleich am Beginn versammelte sich um diese Stelle eine große Menschenmenge, die gesammelt im Gebet mit dem Seher zusammen die Ankunft des liebsten Gastes, der Königin des Friedens, erwartete. Bei der Erscheinung waren auch alle jene anwesend, die bei der ersten Erscheinung am 10. Februar 1990 anwesend waren. Um den Seher versammelten sich einheimische und fremde Priester. Zur festgelegten Stunde kam die Königin des Friedens, die alle Anwesenden schon so schwer erwartet hatten. Das Zeichen ihrer Ankunft war die große Kraft, die den Seher (wie immer) auf den Boden streckte. Jeder sprach in diesen Momenten auf seine Weise mit der Königin des Friedens und in manchen Augen sah man Tränen glänzen. Schwester Anka dankte im Namen aller für all diese Jahre Ihrer Gegenwart unter uns, für alle empfangenen Gnaden und sie bat für unseren Schutz und noch besonders für den Schutz von Vater Franz für die Zukunft. Die Erscheinung dauerte länger als gewöhnlich die letzten Erscheinungen gedauert hatten. Diejenigen, die in der Nähe des Sehers waren, der mit dem Gesicht nach oben auf dem Boden lag, konnten sein Gesicht und die Veränderungen darin beobachten. Man konnte sehen, dass der Seher spricht, wir hörten aber seine Worte nicht, öfter lächelte er, nickte zustimmend oder verneinend.

Am Ende der Erscheinung verabschiedete sich Vater Franz, wie bei allen Samstagerscheinungen, mit einem Ave Maria, dem Heilig, heilig, heilig und einigen Bitten aus der lauretanischen Litanei. Nach einigen Augenblicken zeigten sich Tränen in seinen Augen, von welchen er später sagte, dass es keine Tränen der Trauer, sondern Tränen des Glücks gewesen seien.

Der Begegnung mit Maria folgte die Begegnung mit ihrem Sohn Jesus bei der heiligen Messe. Beim Gottesdienst konzelebrierten vierzehn Priester und es wirkten zwei Diakone mit. Einige glaubten, die hl. Messe werde in der Kirche stattfinden, doch das war wegen der großen Zahl der Menschen nicht möglich. Eine große Zahl von Menschen, es werden an die 3000 gewesen sein, manche schätzten 4000,füllten die Wiese unter der Kirche und auch die Kirche selbst. Das wunderbare Wetter und die warme Sonne waren ein Beweis der besonderen Gnade und Aufmerksamkeit der Königin des Himmels. Das Evangelium wurde in vier Sprachen gelesen, in Slowenisch, Deutsch, Französisch und Flämisch. In einer kurzen Ansprache, die ins Deutsche übersetzt wurde, hat der Seher betont, dass er keinerlei Verdienste dafür hat, dass er als Vermittler für die Verbreitung der Botschaften Mariens ausgewählt wurde. Er machte darauf aufmerksam, dass wir im Auftrage der Königin des Friedens noch besonders für unseren obersten Hirten, den heiligen Vater, beten, für die Heiligkeit der Priester und ganz besonders für die untreuen Priester und Bischöfe, damit sie in die Arme der Kirche zurückkehren.

Die ganze Zeit, seit den Morgenstunden, und besonders während des Gottesdienstes und auch noch danach, stellten sich mehrere Beichtväter zur Verfügung, die an der Schattseite der Kirche in der Kälte mehrere Stunden ausharrten. Unser Pfarrer, der zu ihnen gehörte, wusste zu erzählen, dass an diesem Tag zu ihm Leute gekommen seien, die schon zehn und fünfzehn Jahre nicht bei der Beichte waren. Die Königin des Friedens hat auf besondere Weise jene zu sich gerufen, die sie mit der Gnade der Versöhnung mit Gott beschenken wollte. Gerade durch das Sakrament der Versöhnung löst die Königin des Friedens auf dem Kurescek ihr Versprechen ein, dass das ein Gnadenort zur Heilung von seelischen Krankheiten und Wunden sein werde. Oft sind Priester der Meinung, dass die Beichten auf dem Kurescek immer etwas Besonderes seien und dass wahre Wunder geschehen.

Die Kommunion  dauerte lange, obwohl es sechs Kommunionausteiler gab, denn viele Menschen wollten aus den Händen Mariens Jesus empfangen. Zum Schluss blieben nur wenige konsekrierte Hostien übrig. Zwischen 12 und 13 Uhr war die Kirche voll von Menschen, vor allem deutsch sprechenden, die während der Gnadenstunde beteten und sangen.

Nach dem feierlichen Gottesdienst blieben wir noch lange Zeit an diesem Gnadenort. Wie viele herzliche Begrüßungen und Umarmungen man beobachten konnte! Die Gesichter strahlten und in den Herzen spürten wir Frieden.

Der Einladung Mariens für den 8. Dezember konnten wegen ihres Alters, aus Krankheitsgründen, wegen zu großer Entfernung oder aus anderen Gründen viele nicht folgen, obwohl sie es gerne getan hätten. Ihre Liebe zu ihr drückten sie auf andere Weise aus. Einige Beispiele: Eine kranke Frau aus Ljubljana zündete zur Stunde der Erscheinung eine Kerze an und sie begleitete mit Gebet das Geschehen auf dem Kurescek. Ein Priester aus Deutschland feierte mit seinen engsten Mitarbeitern zur selben Stunde die heilige Messe und stellte so die geistige Brücke zur Königin des Friedens her. In Argentinien versammelte sich eine Gruppe von Verehrern Mariens vom Kurescek um acht Uhr früh zum Gebet und blieb so zwei Stunden lang, wie sie uns über das Internet mitteilten.

Jedenfalls fühle ich mich zu Hause, wenn ich auf den Kurescek komme. Und an diesem Tag spürten wir das alle. Wir waren zu Hause zu Besuch, bei unserer lieben Mutter, die uns in einer solchen Zahl versammelt hat, um uns alle zu segnen und jeden auf eine besondere Weise zu beschenken. Danke, Königin des Friedens, für diesen Gnadentag und danke dem Dreieinen Gott für diese unaussprechliche Gnade.

Joze Senegacnik