Franz Spelic als Offizier nach dem Krieg

 

FRANCE SPELIC - Der Seher (Smaverski - so hat Mutter Maria ihn genannt - Anm. d. Redaktion) wurde am 24. September 1927 in Smaver in Suha krajina in einer armen Familie geboren. Er hatte eine schwere Kindheit und Jugend. Noch nicht fünfzehn, ging er im Mai 1942 zu den Partisanen, die er für Helden hielt. Von den Partisanen wurde er zu einem Atheisten und Kommunisten umerzogen. Er hat zwar niemand umgebracht, war aber "ein treuer Mitarbeiter von Mördern" (wie er in seiner Biographie "Ich werde zum Vater heimkehren" festhält). All das aber tat er in der festen Überzeugung, daß es um eine gute Sache geht. Im Herbst 1945 wurde er nach einem kurzen Kurs Polizist.


Die verstorbene Frau Sida

 

Im Juni 1946 schloß er eine zivile Ehe mit der Witwe Sida. Im Frühjahr 1949 trat er in die Offiziersschule ein. Nach einigen Jahren gab er die Offizierskarriere bei der Polizei auf und wurde nach einem Jahr in der Lehrerbildungsanstalt Lehrer, obwohl nach dem Berufswechsel sein Gehalt mehr als um die Hälfte kleiner wurde. Im Jahre 1954 kam ihm eine Bibel in die Hand und er las die ganze durch, einige Kapitel mehrmals. Bei den Sitzungen der Kommunistischen Partei war er nicht mehr aktiv. Oft meditierte er kniend und betete auf seine Art, ohne vorgeformte Gebete. Nach vier Jahren eines qualvollen Suchens nach Rettung in der Heiligen Schrift schickt Gott ihm beim Lesen von Joh. 3, 16 die gnadenvolle Erkenntnis, daß niemand verlorengehen wird, der an Gott glaubt. Im Jahre 1956 schickte er seine Austrittserklärung an die Kommunistische Partei Sloweniens. Es folgten pausenlose Verhöre und alle Arten von Folter.


Priesterweihe

 

Wegen seiner Herzerkrankung waren häufige Krankenhausaufenthalte notwendig und die Familie hungerte. Er mußte die Frühpension antreten. In der Öffentlichkeit hielt man ihn noch immer für einen verbissenen Kommunisten, deshalb wurde er auch von den Katholiken nicht angenommen. Sein Weg zum Vater führte ihn zu den Evangelischen, den Baptisten, Adventisten, zur Vereinten Kirche, zu den Altkatholiken. Am meisten vermißte er bei allen, daß bei keiner dieser Gruppen der Auftrag Jesu „Tut das zu meinem Andenken" befolgt wurde; er begann die wahren Jünger Jesu in den katholischen Priestern zu sehen. In seiner Bedrängnis schrieb er seinem Firmpaten, dem Pfarrer Zakrajsek von Trzic, der aber in seinem Wunsch zuerst auch nur eine Provokation sah. Weil er die Kirche seines Heimatortes Begunje in Oberkrain öfter offen fand, begann er dort seine persönlichen Gebete zu verrichten, was unter den „Frommen" Verwunderung , verschiedene Bemerkungen und unausgesprochene Beleidigungen provozierte. Er wünschte von ganzem Herzen, Priester zu werden. Als Einundvierzigjähriger begann er an ein Studium der Theologie zu denken, die er dann im Jahre 1969/70 tatsächlich inskribierte. Um die Familie nicht finanziell zu belasten, arbeitete er alle fünf Jahre seines Studiums als Nachtwächter in einer Fabrik und studierte während seines Dienstes. Schon einige Jahre vor seinem Studienbeginn lebten sie mit seiner Frau als Bruder und Schwester, was bis zu ihrem Tod am 24. Dezember 1992 eingehalten wurde. Während des Studiums betete und meditierte er viel. Er wollte gutmachen, was er bei der Glaubenserziehung seiner beiden Töchter, der Stieftochter und seiner Frau versäumt hatte. Er wollte keinerlei Druck ausüben und hat nur gebetet. Er wurde bald erhört, denn eine nach der anderen begann sich dem Glauben und den Sakramenten zuzuwenden. Im fünften Jahr seines Studiums erkrankte seine Frau Sida an multipler Sklerose. Spelic mußte feststellen, daß es unchristlich wäre, jetzt noch immer an das Priestertum zu denken. Deshalb schlossen sie mit der Frau eine kirchliche Ehe und er pflegte sie aufopfernd all die Jahre bis zu ihrem Tod. Am 24. Dezember 1984 weihte ihn Erzbischof Sustar zum Diakon. Im Jahre 1989 starb nach fünf Jahren einer nie ganz geklärten Krankheit seine dreizehnjährige Enkelin Dunja. Im Dezember 1989 erschien ihm in Medjugorje das erstemal die Mutter Gottes, danach erlebte er die Begegnung mit ihr am häufigsten am Kurescek, aber auch an anderen Orten. Erzbischof Sustar ernannte am 5. Oktober 1993 eine Kommission zur Untersuchung der Marienerscheinungen.


Vater Spelic und die kranke Jelka

 

Franz Spelic wurde am 21. November 1993 in Bohinjska Bistrica von Erzbischof Sustar zum Priester geweiht. Spelic trägt seit 1987 auch schmerzhafte Stigmen, wie der heilige Franz von Assisi oder der heiligmäßige Kapuziner Pater Pio.

Auf den Wunsch Mutter Marias rufen ihn alle, die France Spelic annehmen, "Vater", denn er wurde für viele wie ein Vater, nicht nur Bruder.

 

Stanislav M. Marsic