Die Glaubwürdigkeit der Botschaften


Aus der Geschichte der Privatoffenbarungen wissen wir, daß jeder Gläubige seine persönliche Meinung haben darf bezüglich der Glaubwürdigkeit des Sehers und der Botschaften, welche dieser angeblich unmittelbar von der Jungfrau Maria, von Heiligen, Engeln oder gar von unserem Erlöser Jesus Christus bekommt. Wenn die Kirche (zuerst die örtliche und in einigen Fällen auch die Weltkirche) den übernatürlichen Ursprung der Botschaften bestätigt, beachtet sie zwar den persönlichen Glauben des Sehers, gibt aber damit kein Urteil über die Heiligkeit dieses Menschen ab. Mit der Anerkennung des übernatürlichen Ursprungs der Botschaften bestätigt sie auch nicht die Behauptung des Sehers, er sehe oder habe die Jungfrau Maria, Heilige, Engel oder Jesus Christus gesehen. Das kann man ohne besondere Gründe nicht beweisen. Bernadette Soubirous behauptete, eine ungewöhnlich schöne Frau zu sehen. Als sie sie fragte, wie sie heiße, bekam sie eine Antwort, die keine Zweifel darüber zuließ, daß sie die Jungfrau Maria sieht. Die schöne Frau sprach Worte, die nur die Jungfrau Maria sagen konnte: "Ich bin die Unbefleckte Empfängnis."

Wir wissen, daß die örtliche Kirche noch keine endgültige Aussage zum übernatürlichen Ursprung der Botschaften in Medjugorje gemacht hat. Die bisherigen Untersuchungen der Führung der Ortskirche und der einstigen jugoslawischen Bischofskonferenz stimmten darin überein, daß Medjugorje ein Ort ist, wo die Pilger ungestört ihren Glauben zum Ausdruck bringen und bei allen kirchlichen Riten mitarbeiten können. Darüber, ob die Seher wirklich die Jungfrau Maria gesehen und gehört haben und über den übernatürlichen Ursprung der Botschaften hat die kirchliche Leitung noch keinerlei Auskunft gegeben. Aber das ist kein Hindernis für die zahlreichen Bekehrungen und ungewöhnlichen Heilungen in Medjugorje. Es bleibt aber die große und schwere Frage, warum die Leitung der Ortskirche und die Verantwortlichen in anderen Ortskirchen im ehemaligen Jugoslawien und anderswo in der Welt nicht gründlicher darüber nachgedacht haben, wie sie die Menschen zu einem so vertieften Glaubensleben anregen könnten, wie die Botschaften es enthalten.

Und wie sieht es diesbezüglich mit Kurescek aus? Jeder Gläubige ist, was die Person des Sehers und die Botschaften betrifft, vollkommen frei, ob er sie annimmt oder nicht. Der Erzbischof von Laibach, Dr. Alojzij Sustar, hat unterdessen eine Kommission ernannt, die die Ereignisse von Kurescek begleitet. Sie hat die Ergebnisse der Untersuchungen schon schriftlich an den Erzbischof berichtet. Aber weder die Kommission noch der Herr Erzbischof hatten bis jetzt (Sommer 1996) eine Erklärung für die Öffentlichkeit abgegeben. Die Leitung der Pfarre hat die Anregung für die Erneuerung der Kirche aufgenommen und unterstützt die Andachten, an denen zahlreiche Pilger teilnehmen. Kurescek ist ein uralter Wallfahrtsort, wohin unsere Vorfahren in früheren Jahrhunderten gepilgert waren und zahlreicher Gnaden teilhaftig wurden. Mit der Erneuerung der kleinen Kirche und damit auch der Pilgerfahrten begann eine unterbrochene Tradition neu aufzuleben.

Bei der Wiederbelebung der Pilgerfahrten auf den Kurescek sind der unerwartete Beginn und der bisherige Verlauf der Erneuerung des Kirchleins und die Botschaften, welche die geistige Umkehr der Pilger begleiten, etwas Besonderes.

Die Leitung der Ortskirche hat die Botschaften weder bestätigt noch sie bewertet, obwohl der Laibacher Erzbischof regelmäßig vor der Veröffentlichung mit deren Inhalt bekanntgemacht wird. Das bedeutet, daß jeder Gläubige sie als eine Anregung zur Vertiefung seines persönlichen Glaubens oder des Glaubenslebens einer bestimmten Gemeinschaft (Familie, Gebetsgruppe, Pfarre) annehmen kann. Zu ihrem Inhalt können wir sagen, daß sie ein sehr guter Ausgangspunkt nicht nur für eine persönliche Bekehrung sind, sondern daß sie auch auf einige wesentliche, ungelöste Fragen des christlichen Lebens in der Kirche in Slowenien aufmerksam machen, wie zum Beispiel die Frage der Versöhnung in den Familien, zwischen den Nachbarn und die Versöhnung innerhalb des ganzen Volkes, das persönliche und gemeinschaftliche Gebetsleben, das geistige Leben der Priester, die Feier der Sakramente u.ä.