Geschichtliche Daten
Kurescek liegt neben Smarna gora und Ahac nad Turjakom im Zentrum des Krainerlandes. In längst vergangener Zeit führte unter dem Kurescek eine alte Straße aus Ljubljana über Ig nach Golo, wo sich zur Römerzeit ein Militärstützpunkt befand, und weiter in Richtung Cerknica. Der Name des Hügels erinnert an die Türkenzeit, als man hier Warnfeuer entzündete, die man möglichst weithin sehen sollte, um den Bewohnern die sich nahenden türkischen Truppen anzukündigen.
Der Kunsthistoriker F. Mesesnel beschrieb 1940 wie folgt das Kirchlein auf dem Kurescek:
Auf dem 833 m hohen Gipfel des Kurescek ist eine Filialkirche der Muttergottes, die zu den entfernteren der Pfarrkirche von Ig gehört. Das Kirchlein hat im Westen einen Turm und ist nach dem Vorbild von Hallenbauten im Spätbarock gebaut. Ihre ursprüngliche Form war eine andere, wie wir nach dem Fresko an der Nordwand des Kirchenschiffes urteilen können. Im Presbyterium steht anstelle des Altars eine bemalte Wand, davor ein hölzerner Altaraufsatz mit Holzplastiken der hl. Anna, des hl. Josef, der hl. Notburga und irgendeiner Märtyrerin, interessante Beispiele von Bauernschnitzerei. Der bemerkenswerteste Schmuck des Presbyteriums sind Fresken, welche den Bogen und die oberen Teile der Wände bedecken. Sie beziehen sich auf die Legende im Zusammenhang mit der Entstehung der Kirche, die von zwei verfeindeten Burgherren spricht. Sie versöhnten sich, und der zum Tode verurteilte Sohn von einem der beiden wurde in diesem Zusammenhang begnadigt. An der Nordwand ist eine Komposition mit einem Engel, der dem Jüngling einen Brief ins Gefängnis bringt. Hier ist auch der Amboß, in dem eine Hacke steckt. Auf der Südseite sehen wir einen König mit einem Ritter und einem Bischof, der ein Marienbildnis hält. Auf dem nördlichen Altar ist auf dem Dreifaltigkeitsbild eine Szene vom wunderbaren Einfluß Mariens auf dem Kurescek dargestellt. Auf der Wand sieht man ein späteres Fresko mit einer Prozession, die auf den Kurescek zieht.
Vor der Reform Kaiser Josefs II. hatte die Bruderschaft der Königin des Friedens hier ihren Sitz. Daher wurde im Osten der Kirche eine Kapelle mit einem eigenen Eingang errichtet, wo jeden Pfingstmontag ein Gottesdienst gehalten wurde. Nach dem Erdbeben im Jahre 1895 malte F. Blaznik aus Ig zwei Fresken, die die Verwüstungen nach dem Erdbeben zeigen und Maria als Schutzherrin zu Wasser und zu Lande.
Der Übersetzer und Publizist J. Dolenc lädt in seinem Buch Slovenski romar (Der slowenische Pilger) ( 1987) dazu ein, auf den Kurescek zu pilgern:
Zwei Aufschriften auf dem Altar, der vor etwa 150 Jahren bemalt wurde, erwecken den Gedanken, daß wir in der jetzigen weltweiten Bedrängnis und Gefährdung des Friedens noch besonders auf den Kurescek pilgern und bei der Königin des Friedens unsere Zuflucht suchen sollten, wenn die Kirche noch stehen würde. Die erste Aufschrift lautet: "Regina pacis, funda nos in pace!" und ist dem Kirchenhymnus Ave Maris stella entnommen und bedeutet: Maria, stelle unser Leben auf die Grundlage des Friedens". Der Unfriede in der Welt und der Unfriede in uns und unter uns, der uns so sehr beunruhigt - liegt nicht die Ursache dafür gerade im Verlust dieser Grundlage? Die zweite Aufschrift lautet: "In loco isto dabo pacem" - "An diesem Ort werde ich den Frieden schenken". Wir brauchen ihn mehr denn je. Wenn also Maria diesen Hügel unserer Erde ausgesucht hat, wo sie unsere Bitten um den Frieden erhören will, pilgern wir in Gedanken zu ihr.
Ganz von selbst zog das Kirchlein auf dem Hügel von Kurescek unsere Vorfahren an, die verfolgt und erniedrigt, aber nie vertrieben und vernichtet wurden. Die Marienkirche auf dem Kurescek bot ihnen in den Tagen der Bedrängnisse und Schwierigkeiten, vor allem zur Zeit der Türkeneinfälle, ihren Schutz. Die ganze Zeit hindurch bis zu den josefinischen Zeiten war die Kirche von Kurescek für ganz Krain der Sitz der kanonisch gegründeten Bruderschaft der Königin des Friedens. Es war die einzige Kirche in ganz Slowenien, wo unsere Vorfahren schon lange Jahrhunderte vorher Maria als Königin des Friedens verehrten, bevor Papst Benedikt XV. die lauretanische Litanei mit diesem Namen abschloß.
Das nächste Dorf ist Zapotok im Südosten. Das Dorf wurde am 19. März 1942 niedergebrannt und ist jetzt neu aufgebaut. Von Ljubljana ist es 25 km entfernt und von Turjak 8 km. Auf dem östlichen Gelände von Kurescek liegt das Dorf Visoko. Zu diesem Dorf gehörte das Hotel oder Heim auf dem Kurescek, das während des Krieges ebenso abbrannte. 1961 wurde es erneuert. Es sollte die einst berühmte Wallfahrtsstätte zur Königin des Friedens auf seine Art ersetzen, während die Kirche noch weiterhin verfiel. Was geblieben war, war verfallendes Gemäuer und der Turm, der noch lange unbeschädigt blieb, doch am 1. Mai 1970 von Unbekannten angezündet wurde. In früheren Zeiten war dieses Kirchlein nicht nur eine viel besuchte Wallfahrtsstätte, sondern hatte auch seinen eigenen Priester, der der Pfarre Ig zugeordnet war.
An der Nordostseite von Kurescek, tief in einem Seitental des Laibacher Moors am Fluß Zelimeljscica liegt an seinem Zufluß das Dorf Zelimlje mit der Pfarrkirche zum hl. Vitus. Diese wurde von unseren Vorfahren als Zeugnis des Glaubens und einer unverwüstlichen Liebe zu Gott und Volk errichtet. Geweiht wurde sie am 17. Juli 1889 vom Laibacher Fürstbischof, dem späteren Kardinal Jakob Missia. In dieser Kirche fand die Statue Mariens, der Königin des Friedens vom Kurescek, ihre Zuflucht, nachdem am Ende des Krieges ihre vorherige Wohnstätte entweiht wurde.